Kampfrichter auf Gegners Seite – Viola Wächter verliert in Paris in zweiter Runde

Eine von 32 Judo-Kämpferinnen in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm war Viola Wächter beim Grand Slam in Paris. Olympia-Qualifikationspunkte sammeln war wieder die Devise – für alle acht Frauen und acht Männer der deutschen Nationalmannschaft. Richtig gelungen ist dies der Schweitenkirchenerin diesmal aber nicht. Zwar gewann sie den ersten Kampf gegen die kräftige Chinesin Yan Liu, gegen die sie zuletzt beim Grand Prix in Taschkent im Kampf um die Bronzemedaille verloren hatte, mit Haltegriff, musste sich dann aber in der zweiten Runde gegen die Siegerin des Tyumen-Grand-Slams geschlagen geben: Die acht Jahre jüngere Japanerin Yoshida Tsukasa, die deutlich kleiner ist als die Deutsche und außerdem mit sehr viel Kraft kämpft, hatte die Kampfrichter auf ihrer Seite. Viola Wächter, die impulsiv und beherzt ihrer Gegnerin entgegentrat, kassierte nach wenigen Sekunden ein unberechtigtes Shido (Strafe) und erhielt nach eigenem Kontern darüber hinaus keine Wertung, was ihr eine gänzlich andere Ausgangslage im Kampf verschafft hätte. „Es macht den Eindruck, dass Kampfrichter auf diesem Weltniveau nicht gewillt sind, Kämpfe mit japanischer Beteiligung objektiv zu bewerten. Leider beobachten wir Trainer dies immer wieder – sind dem aber machtlos ausgesetzt.“, erklärt Franz Dausch, Trainer der 28-jährigen, die Zusammenhänge im Kontext dieser alten japanischen Kampfsportart. Nach knappen drei Minuten konnte die Asiatin schließlich ihren Vorteil weiter zum Sieg ausbauen, indem sie mit ihrer Spezialtechnik, einem weit unter den Schwerpunkt gesprungen Uchimata (innerer Beinschenkelwurf), die Weltranglisten-20. zu Fall brachte. „Auch dieser Punktgewinn ist sehr in Frage zu stellen, da Viola während des Falls überdreht hat und letztlich nicht auf dem Rücken gelandet ist. Eigentlich hätte es gar keinen Punkt geben dürfen.“, zeigt sich Dausch verärgert über die Entscheidungen der Kampfrichter und damit dem Aus für seine Athletin. Zwar hat Viola Wächter einige wenige Punkte für das Ranking der Olympia-Qualifikation schon sammeln können, doch wirklich zufrieden ist sie nicht: „Taktisch und technisch war ich gut drauf, aber leider habe ich mich wieder einmal am Arm festlegen lassen, wodurch ich zu sehr dominiert werden konnte. Ich war einfach ein bisschen zu brav.“ Das zu ändern wird sie versuchen, das nächste Mal beim Grand Slam in Abu Dhabi Ende Oktober.

 

 

 

 

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