Trotz Übelkeit zum fünften Platz – Wächter erfüllt Erwartungen beim Judo-Grand-Prix in Usbekistan

Diesmal war die Judoka Viola Wächter im usbekischen Taschkent unterwegs: Insgesamt 52 Nationen mit 354 Teilnehmer hatten sich hier eingefunden, um am Judo-Grand-Prix teilzunehmen. Der Deutsche Judobund hatte neun Männer und elf Frauen entsandt, um Medaillen und Olympiapunkte zu holen. Wächter stand in ihrer angestammten Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm auf der Matte und startete aufgrund eines Freiloses direkt in die zweiten Runde: Eine ihrer ersten Gegnerin, der relativ unbekannte Südkoreanerin Minju Kim, taktisch zum richtigen Zeitpunkt aufgezwungene Strafe ließ Wächter auf ihre alt bekannte Gegnerin Irina Zabludina treffen. Hier zeigte sie zwar zunächst einen guten Griffkampf, doch war sie insgesamt zu verhalten und nicht durchschlagend genug. Sie wechselte ungünstig in Folge dessen ihre Gehrichtung, was die Russin auszunutzen wusste und sie mit Tsuri-komi-goshi (Hebezughüftwurf) zu Fall brachte. Wächter verlor schließlich im Boden mit dem Armhebel Juji-Gatame. Somit war die Schweitenkirchenerin zwar raus aus dem Kampf um die Topplatzierungen, durfte jedoch in der Hoffnungsrunde sich den Startplatz um Platz Drei erkämpfen. Trotz Übelkeit und körperlichem Unwohlsein konnte die 28-Jährige gegen Hana Carmichael eine solide Leistung abrufen: Zwar erzielte Wächter gegen die Amerikanerin keine Wertung, doch beendete sie mit aufgezwungenen Strafen erneut siegreich den Kampf. Somit stand sie im Bronzekampf Yang Liu gegenüber, die mit gleicher Auslage kämpfte und bereits Wächters Teamkollegin Johanna Müller in der ersten Runde aus dem Rennen geworfen hatte. Die Chinesin verstand es, Wächters Hubhand dominant zu kontrollieren, wodurch die Deutsche keine Mittel fand, um sich im Griffkampf durchzusetzen. Durch einen O-soto-maki-komi (Außendrehwurf) musste sie sich schließlich mit einer kleinen Wertung (Yuko) der Dritten der diesjährigen Asienmeisterschaften geschlagen geben.

Damit hatte die an Platz Fünf Gesetzte zwar auch die Bronzemedaille verloren, hatte aber die Erwartungen dennoch erfüllt. Mit ihrem fünften Platz konnte sie Olympiapunkte sammeln, wenn auch ohne gesundheitlich Probleme gegen die starken Konkurrentinnen mehr möglich gewesen wäre. „Ich war motiviert, unverkrampft und hatte eine positive Einstellung. Doch wenn der Körper dann nicht mitspielt, hilft der Kopf alleine nicht weiter. Es ist nicht ganz optimal gelaufen, aber angesichts meiner Übelkeit kann ich schon recht zufrieden sein, dass ich den fünften Platz noch sichern konnte.“ Jetzt heißt es höchste Konzentration auf die nächsten beiden Grand Slams, auf denen Wächter erneut Olympiapunkte sammeln kann: Am 17. Oktober steht die Weltranglisten 19. in Paris auf der Matte, am 30. Oktober in den Vereiningten Arabischen Emiraten, in Abu Dhabi.

 

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