Ohne Wurf kein Sieg – Wächter verliert in Tokio in erster Runde trotz gutem Kampf

 

Der letzte Wettkampf des Jahres, der Grand Slam in Tokio, war für Viola Wächter vom FC Schweitenkirchen im Resultat nicht das, was sie sich erhofft hatte. Ihr Los war schwer, denn sie hatte mit Nae Udaka die kleine, schnelle Gegnerin, durch die sie 2011 verletzt und damit um eine mögliche Olympiateilnahme in London gebracht wurde. Außerdem durfte die Japanerin mit einem Heimvorteil rechnen. Trotz diesem Wissen, das mental sicher kein unerheblicher Aspekt war, konnte Wächter einen starken Kampf zeigen. Zunächst erhielten beide Judoka nach einer guten halben Minute Shidos (Bestrafungen), da sie rein taktisch versucht hatten zu greifen, was aber keiner von beiden gelang. Wächter zeigte sich agil, doch ein Moment des unachtsamen Stehenbleibens nutzte Udaka unmittelbar zum Ansatz eines O-soto-garis (große Außensichel), den sie konsequent zur Yuko-Wertung (technischer Vorteil) durchziehen konnte. Infolge dessen machte Wächter mit Tempo Druck, wodurch sie ihrer Gegnerin zwei weitere Passivitätsstrafen aufzwingen konnte. Zwar zeigte die Anzeigentafel nach vier Minuten Kampfzeit drei Shidos für Udaka, doch jede Wertung zählt am Ende mehr als Strafen. So gewann die Lokalmatadorin, obwohl die Deutsche den Kampf dominiert hatte. „Das ist in Judo nicht anders als beim Fußball: Das schönste Spiel hilft nichts, wenn kein Tor fällt! Ohne Wurf, kein Sieg…“, zeigt sich Trainer Dausch zwar nicht ganz unzufrieden, aber doch etwas enttäuscht. „Ich habe eine gute Chance liegen gelassen, noch eine Medaille zu machen. Ich habe mich super gefühlt, war spritzig und fit. Nur bei meiner Maximalkraft fehlt es noch. Daran muss ich noch weiter arbeiten, um wieder da anzukommen, wo ich vor meinen Verletzungen war“, reflektiert sich Viola Wächter kritisch. Im nun anschließenden internationalen Trainingslager wird sich die Schweitenkirchenerin mit den Topjudoka der Welt noch einmal messen – diesmal als sportliche Vorbereitung auf die Olympischen Spiele nächstes Jahr in Rio de Janeiro. Viel Pause bleibt danach nicht, ehe 2016 erneut um Olympiaqualifikationspunkte gekämpft wird: Am 22. Januar beginnt die neue IJF-Weltserie mit dem Grand Prix in Havanna (Kuba).

 

 

 

 

 

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